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Radfahrer

Herzlich willkommen bei Erika Ciesla
in D-68167 Mannheim (Neckarstadt-Ost)

und ich lade Euch ein zum: Radfahren!
Das Frage der Woche:

Wie kann es sein, daß ein Mann, der gar keine Kinder hat, im Vatikan lebt und im Papamobil herunm­gefahren wird?

Hände weg von unserem Wasser!

Wasserrechte

Privat vor Staat?

Der Staat sei ineffizient, so sagen die Neoli­be­ra­len, ganz wie Milton Friedman, zu Leb­zei­ten Professor an der Uni­versi­tät zu Chicago und Spiritus Rector der so­ge­nan­nten „Chicago Boys““, es ihnen lehrte. Der Staat müsse darum, so das li­be­ra­le Dogma, in allen Belangen gegeb private Or­ga­ni­sa­ti­o­nen ersetzt werden, und das aus­nahms­los.

Grundsätzlich scheint diese These zu stimmen, denn die Alternative (also die DDR) hat offen­sicht­lich nicht fuk­ti­o­niert, zumin­dest aber ist sie nach­weis­lich ge­schei­tert. Er­schreck­end ist aber der Fun­da­men­ta­lis­mus, der hier zum Aus­druck kommt, der zur Pri­va­ti­sie­rung keine Al­ter­na­ti­ve läßt und jede Form der Gemein­wirt­schaft am Lieb­sten in­kri­mi­nie­ren möchte, – in den USA sind zum Beis­piel der Straf­voll­zug, die Po­li­zei und sogar das Mi­li­tär teil­weise pri­va­tisiert.

Kurz und knapp gesagt: wenn „die da“ fertig sind, dann sind wir alle nur noch das Nutzvieh auf einem gigantischen globalen Industrie-Komplex, – herz­lich will⎄­kom­men in der Matrix!

Rad frei statt Rad weg!

Verein gegen Radwege, Darmstadt

At first for something completely different:

Wasser ist für alle da!

Einige sehr große Konzerne (unter anderem die Firma „Veolia SA“ in Frankreich) haben sich darauf ver­schwo­ren, uns unser Wasser abzu­kaufen (im Jargon: es zu „privatisieren“)[1], wohl um es uns sogleich wieder zu verkaufen. Dies sei in einer Freien Wirt­schaft geboten, sagen sie, und schicken schonmal ihre Lobby­isten aus, – vor­zugs­weise nach Brüssel zur EU-Kom­mis­sion. Und weil die Damen und Herren Kom­mis­sare für die Belange der Wirt­schaft immer ein offenes ohr haben (die Belange der Menschen sind hier eher bedeu­tungs­los), darum ist nun eine EU-Ver­ord­nung in Arbeit, nach der die Kommunen gezwungen werden sollen ihre derzeit noch in Gemein­eigentum befind­liche Wasser­versor­gung europa­weit aus­zu­schrei­ben und an den meist­bietenden zu verkaufen.

Wozu soll das gut sein?

Wasser kann man sicherlich in Flaschen kaufen oder aus der Leitung zapfen, wohl wahr, muß man aber nicht. Man kann es auch aus einem Bächlein schöpfen, aus einem Brunnen heben oder vom Regen auffangen, will sagen, Wasser ist, wie die Luft zum Atmen, ein Gemeingut und keine Ware! Warum also sollen wir unser Wasser an einen Konzern verkaufen? Nur um es ihm hernach (für einen vielfach höheren Preis) wieder zurück zu kaufen? Das ergibt keinen Sinn!

Wasser ist ein Gemeingut und ein Menschen­recht![2] Es ist keine Ware wie jede andere und hat darum in privaten Händen nichts zu suchen! Weil es ein Gemein­gut ist, so ist es logisch, richtig und notwendig, daß es auch gemein­wirt­schaf­tlich verwaltet wird, also entweder offentlich-rechtlich (zum Beispiel kommunal) oder genossen­schaf­tlich, – niemals aber darf es jemals in die Raff­kral­len von irgend welchen Aktionä­ren gelangen!

Noch haben wir ein Wörtchen mitzureden!

Um die Pläne der Wirt­schaft und der Kom­mis­sion noch auf­zu­hal­ten ist es not­wen­dig die eigene Stimme zu erhe­ben. Darum bitte ich Euch, nehmt teil an dieser Petition: Wasser ist ein Öffent­liches Gut, keine Han­dels­ware, so haben wir eine Chance die drohende Berau­bung doch noch abzu­wenden.

[1]

Privat, das kommt vom lateinischen „privare“ (berauben, beraubt), ist das nicht komisch? Privatisieren heißt eigentlch also rauben, – so steht es jedenfalls im Wörterbuch, und auch Google hilft! 😃

[2]

Kein geringerer als die Vereinten Nationen haben festgestellt, daß Wasser ein Menschenrecht ist, – mit solchen Rechten solle man weder handel treiben noch spielen!


So, das war das, – und nun zu meinem eigentlichen Thema: Fahrrad fahren!

Vertraue auf Gott, aber schließe Dein Fahrrad ab!

Fahrradschloß

Das hier soll ein Fahrrad­schloß sein? Tatsächlich ist das eher ein Scherz­artikel! Wer mit sowas sein Fahrrad sichern will, der kann auch eine Paket­schnur nehmen und ein Schild dran hängen: bitte nicht klauen!

Gestern erzählte mir der Filius meines Nachbarn, daß man seines Vaters Fahrrad geklaut hätte. Voriges Jahr war er es selbst, dem das Fahrrad geklaut wurde. Summa summarum wurden dieser Familie also in nur einem Jahr zwei Fahrräder geklaut!

Komisch! Ich wohne in derselben Stadt, aber meine Fahrräder sind noch da. Was macht mein Nachbar anders als ich? Ich weiß es: er verwendet andere Fahrradschlösser.

Fall eins: Der Sohn hatte ein einfaches Draht­bügel­schloß, wie man es für geringes Geld in jedem Supermarkt kaufen kann. Das ist natürlich gar nichts, taugt allenfalls als Kindersicherung, einen Dieb kann das nicht schrecken. Ich selbst habe ein solches Schloß schonmal mit einr ganz ordinären Kneifzange in weniger als 30 Sekunden durchgebissen. Ein Dieb mit einem Bolzenschneider schafft das in einer Sekunde.

Fall zwei: Auch der Herr Vater vertraut auf das dünne Kabel, verzichtet überdies aber auch noch auf das Abschließen. Ein Zahlenschloß (Siehe Bild im Kasten rechts) ist doch viel praktischer, denn es hat ja keinen Schlüssel, den man verlieren kann. Aber auch der Dieb hat leider einen Vorteil, denn dieses Schloß läßt sich öffnen ohne es zu zerstören oder auch nur zu beschädigen. Sogar ich konnte so ein Gerät in nur zehn Sekunden öffnen, aldiweil die Ringe an der jeweils richtigen Stelle deutlich fühlbar einrasten. Ja, da kann man auch gleich ein Zettel mit der richtigen Kombination dranhängen, das macht dann auch keinen unterschied mehr.

Bügelschloß

So sieht ein Fahrrad­schloß aus!

So geht es also nicht! Einfache (billige) Draht­bügel­schlösser, egal ob mit Zahlen­schloß oder Schlüssel, taugen definitiv gar nicht, die Schutz­wirkung solcher Schloß-Imitate ist annähernd Null; sie sind nicht billig, sondern wertlos!

Um ein Fahrard wirksam vor Diebstahl zu schützen ist ein gutes Schloß nötig, und in der Regel ist das ein Bügel­schloß (siehe Bild rechts) mit einem gehärteten Stahlbügel! Und das möglichst von einem seriösen Marken­hersteller, alles andere ist Kokolores.

Gewiß, unknackbar sind auch solche Schlösser nicht, das ist wahr. Das müssen sie aber auch nicht. Der Fahrrad­klau ist zumeist eine Sache von Sekunden, allenfalls von Minuten. Spätestens nach nach zehn Minuten, so die Erfahrung, gibt selbst ein verbissener Fahrrad­dieb für gewöhnlich auf. Ein Fahrradschloß muß also nicht unknackbar sein; es genügt, wenn es so lange Wider­stand leisten kann bis der Dieb die Nerven verliert und von seinem Vorhaben abläßt, dann hat es seine Pflicht getan.

Gut gesichertes Fahrrad

Man kann es aber auch über­treiben!

Man achte beim Einkauf bitte auch darauf, daß der Bügel nicht zu kurz ist, denn man soll nicht das Fahrrad für sich allein abschließen, sondern es auch irgendwo anschließen können. Also zum Beispiel den Mast eines Verkehrs­schilds, das Gitter eines Zaunes oder das Rohr von einem Anlehn­bügel, et cetera, mit in das Schloß aufnehmen. Denn profes­sionelle Diebes­banden kommen auch schonmal gerne mit einem Transporter angefahren und werfen das Fahrrad einfach auf die Pritsche, haben dann in ihrer heimeischen Werkstatt alle Zeit der Welt, das Schloß zu knacken. Dies verhindert man sehr sicher, wenn das Fahrrad an irgend einem Straßenmöbel festgemacht ist.

Zum schluß noch ein Tip: hochwertige Räder läßt man am besten gar nicht im Freien stehen. Mein Rennrad (ca. 10kg leicht) zum Beispiel nehme ich immer mit in die Wohnung, da kommt so ein fieser Dieb gar nicht erst ran. Dieses trage ich nur raus wenn ich tatsächlich damit fahren will, anschließend kommt es wieder rein.

Für den tägichen Einkauf habe ich ein zweites Fahrrad, und zwar ein altes Tourenrad mit deutlich sichtbaren Gebrauchs- und Reparatur­spuren, das will eh keiner klauen. Aber auch dieses muß immer gut abgeschlossen sein, denn oft werden Räder gar nicht geklaut um sich daran zu bereichern, sondern um damit mal eben wo hinzu­fahren, und dann wird es wegge­worfen. Auch dagegen muß man sich schützen, nämlich mit einem guten Schloß.

Oh Tempora oh Mores!

Wir Radfahrer, wir wollen was! Wir wollen als Verkehrsteilnehmer ernstgenommen werden, wollen selbst entscheiden dürfen wann und wo wir einen Radweg benutzen oder nicht, und wir wollen mehr werden. Aber eine Frage stellt sich da: was geben wir dafür?

Wer ernstgenommen werden will, der muß sich anständig benehmen können, denn wer sich wie in Idiot aufführt hat notwendigerweise keinen Anspruch auf Respekt. Denn Respekt kann man nicht fordern, Respekt muß man sich verdienen! Aber wie sieht es denn damit aus, verdienen wir den Respekt? Schaumwirmal!

Die Bibel kennt sieben Todsünden, ich komme mit drei aus:

  1. links fahren,
  2. Gehweg fahren, und
  3. nachts fahren ohne Licht.

Und es handelt sich hierbei nicht nur um irgend welche Ordnungswidrigkeiten sondern um exorbitant gefährliches Verhalten! Wer sich so verhält, ist eine Gefahr für sich und andere.

Und wie sieht das aus, da draußen in der Realität? Radfahrer fahren links (unter anderem in Gegenrichtung auf linksseitig angelgten Radwegen), sie fahren auf Gehwegen (jagen dort Fußgänger) und sie machen nachts ihr Licht nicht an. Tja, liebe Freunde und liebe Feinde, so wird das nix mit dem Respekt!

Zum Merken und Mitschreiben:

  1. Das in Deutschland geltende Rechtsfahrgebot gilt keineswegs nur für die Fahrbahn sondern für die ganze Straße, einschließlich der Randstreifen und der Sonderspruren. Und das schließt auch die Radwege ein! Daraus folgt: wenn ein Radweg auf der liken Straßenseite nicht ausdrücklich durch ein Radwegschild zur Benutzung in Gegenrichtung freigegeben ist, dann haben wir da überhaupt gar nichts zu suchen!
  2. Der Gehweg ist ein Weg zum Gehen, er ist exclusiv den Fußgängern vorbehalten! Nur Kinder bis zum Alter von 11 Jahren dürfen auf den Gehwegen radeln.
  3. Daß der Scheinwerfer mit der par Ordre de Mufti vorgesehenen Leistung von 2,4 Watt nicht wirklich dazu geeignet ist, uns den Weg auszuleuchten, das weiß ich auch. Gleichwohl ist das aber kein Grund auf Licht zu verzichten! Denn das Licht ist ja nicht nur zum Sehen da, sondern auch um von den anderen Verkehr­steil­nehmern gesehen zu werden! Daras folgt: wer bei Nacht und Nebel ohne Licht fährt, der ist kein Radfahrer sondern ein Selbstmordattentäter!

    Just in diesem Kontext bedenket bitte auch, daß man ja ebenfalls kein Rücklicht hat, wenn man die Lichtanlage nicht betätigt. Und das ist dann wirklich gefährlich, denn von hinten kommt genau das eine Auto, das uns über den Haufen fahren wird, wenn der Fahrer uns nicht sieht.

Bitte beachtet das, dann klappt das auch mit dem Respekt.

[EC]

© (02/2013) by Erika Ciesla, 68167 Mannheim/Germany

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